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Nur jeder sechste Fan glaubt an Deutschland

Pit Gottschalk
Pit Gottschalk
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Wer wird Fußballweltmeister? Nach dem schmeichelhaften 1:0 gestern im Oman besteht wenig Hoffnung, dass Deutschland den fünften Stern gewinnt. Mit einer pessimistischen Meinung steht man nicht alleine.
In einer repräsentativen Umfragen unter 5.635 deutschen Fußballfans fand das Bundesligabarometer von Professor Madeja heraus, dass man hierzulande die Favoritenrolle bei Brasilien sieht (22,9 Prozent).
Nur jeder sechste glaubt an Deutschland: Der DFB liegt mit 16,6 Prozent in der Publikumsmeinung abgeschlagen hinter Brasilien, sogar Frankreich (18,1 Prozent) und Spanien (17,6 Prozent) genießen mehr Zutrauen.
Die Mehrheit der befragten Fans sehen die Abwehr als größte Schwäche an: Die Schulnote beträgt nur 2,60. Besser schneiden das Mittelfeld (2,13) und sogar der Sturm (2,28) ab. Beste Note: der Torwart mit 1,59.
Wo aber landet die deutsche Nationalmannschaft am Ende des WM-Turniers in Katar? Die Mehrheit meint: im Viertelfinale (26,8 Prozent). Ein großer Teil: im Achtelfinale (18,6 Prozent).
Immerhin 14,9 Prozent prophezeien Bundestrainer Hansi Flick das gleiche Schicksal wie seinem Vorgänger Joachim Löw bei der WM 2018 in Russland: Aus in der WM-Vorrunde gegen Japan, Spanien und Costa Rica.
Dabei ist den Fans “der sportliche Erfolg” nicht das wichtigste Kriterium bei der WM in Katar. Mehr noch wollen sie “leidenschaftliches Auftreten” (61,4 Prozent) und “kämpferischen Einsatz” (61,2 Prozent) erleben.
Darauf kann man sich einigen: Wenn die Nationalelf alles gibt, verzeiht man gerne. Torschützenkönig des Turniers wird nach Meinung der Fans eh ein Franzose: Kylian Mbappé (39 Prozent) oder Karim Benzema (24,3 Prozent).
Einen treffsicheren Donnerstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Füllkrug rettet Sieg bei WM-Generalprobe
Viele Fragezeichen! Nur ein Debütant macht Hoffnung
Von Marco Mader und Oliver Mucha
Niclas Füllkrug ließ seine markante Zahnlücke aufblitzen, als Hansi Flick ihm mit einer Umarmung dankte. Das Debüt, sogleich das Siegtor, die deutsche WM-Generalprobe gerettet - die ersten 45 Minuten im Nationaltrikot machten nicht nur dem Bremer Stürmer Lust auf mehr. Vor der WM in der katarischen Wüste hat der ansonsten erstaunlich träge viermalige Weltmeister den ersten Fan-Liebling schon gefunden: sympathisch, nordisch, eiskalt.
Beim äußerst dürftigen 1:0 (0:0) gegen den Oman in Maskat war “Fülle”, wie er genannt wird, alles andere als ein Lückenfüller. Im Gegenteil: Er war in einer lustlos auftretenden Mannschaft, in der sich sonst niemand beim Bundestrainer nachdrücklich für einen Startplatz zum Auftakt gegen Japan in einer Woche aufdrängte, der Lichtblick. “Am Ende freue ich mich, dass ich helfen konnte”, sagte der 29-Jährige bei RTL. “Aber man muss das realistisch einschätzen. Erst jetzt geht es um alles.”
Im Muster ohne Wert drohte erstmals seit 1978 ein letztes Länderspiel vor der WM ohne Sieg. Doch Füllkrug (80.) verhinderte dies, er fand mit links sein Ziel. Flick sah es mit Freude, er klatschte vergnügt in die Hände. “Niclas hat sich das Tor verdient. Man hat seine Präsenz gespürt”, sagte der Bundestrainer. Auch insgesamt, behauptete Flick mit leichtem Zähneknirschen, habe das Spiel seinen Zweck erfüllt.
“Wir wollten den einen oder anderen noch mal sehen, aber das auch zur Regeneration nutzen”, betonte Flick. Es sei “alles okay”. Nun will er alle “noch mal von den Füßen runterholen, damit sie richtig abschalten und relaxen können - auch mental”. Dafür gibt Flick den Freitag frei.
Nichts ist kaputt, alles tut weh
Niclas Füllkrug bleibt cool
Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Serge Gnabry: Sie alle fehlten zunächst, Flick hielt im Poker um die WM-Elf seine Karten verdeckt. Für ihn war es ein Spiel der Experimente. So stieg Youssoufa Moukoko im Sturm mit 17 Jahren und 361 Tagen zum jüngsten Debütanten seit Uwe Seeler auf, der BVB-Jungstar wirkte hypernervös. Er scheiterte am Pfosten (45.+1). Füllkrug, der Moukoko nach der Halbzeitpause ersetzte, versuchte sich erfolgreicher.
Thilo Kehrer und Matthias Ginter spielten in der wackligen Innenverteidigung, denn Nico Schlotterbeck und Niklas Süle durften wie Kimmich und Gnabry erst mal pausieren. Lukas Klostermann machte als Fitnesstest rechts hinten sein erstes Pflichtspiel seit August, er hielt absprachegemäß eine halbe Stunde durch.
Von Euphorie und Kampf war allerdings nichts zu sehen, dabei könnten Positionen durchaus vakant sein: Die Tage bis zum Duell mit Japan werden zum Kampf gegen die Uhr. Der einstige “Immer-Spieler” Thomas Müller (verschiedene Wehwehchen) und Antonio Rüdiger (Hüftverletzung), felsenfest als Abwehrchef eingeplant, waren nur Zuschauer. “Am Samstag trainieren wir”, versicherte Müller. Und am Mittwoch, gegen Japan? Dann sollen “drei Punkte her”, wie Kapitän Manuel Neuer einforderte.
Bedrohliche Probleme in der Defensive
Klostermann früh raus
Den deutschen Stil “durchzurocken”, wie der Bundestrainer sich das gewünscht hatte, war bei katar-ähnlichem Klima nicht einfach. Tatsächlich hätten die Gastgeber in der sechsten Minute beinahe ein Tor erzielt. Deutschland begann unsauber und hinten anfällig, die Angst vor einer Verletzung in letzter Minute machte die Beine schwer. Flick setzte sich im Sultan-Qabus-Sportzentrum erst mal hin.
Flick sah, wie Kai Havertz die erste gute Chance vergab (16.), und er musste dann Moukoko aufbauen: Flick klopfte sich auf die Brust - Kopf hoch! Moukokos Pfostentreffer resultierte aus dem ersten konsequent vorgetragenen deutschen Angriff. Flicks Reaktion war ein Vierfachwechsel, neben Füllkrug kamen Schlotterbeck, Kimmich und Christian Günter.
Plötzlich war der Schwung da, Füllkrug (53.) und Kehrer (54.) scheiterten bei guten Gelegenheiten. Wirklich überzeugend war es immer noch nicht, “aber zumindest etwas besser”, wie Füllkrug es einschätzte.
Gegen Japan wird ein mindestens fünf Spieler starker Bayern-Block auflaufen, die Problempositionen liegen außerhalb der Besetzung durch den Rekordmeister: im Sturm und auf den defensiven Außen. Für Flick beginnt die Vorbereitung “vier Tage vor dem ersten Spiel”, also am Samstag - dann startet die Jagd auf den fünften WM-Stern so richtig.
Marco Mader und Oliver Mucha sind Redakteure beim SID
Moukoko: Jüngster Debütant seit Uwe Seeler
Das erste Mal in der Hitze von Oman
Youssoufa Moukoko hat bei der WM-Generalprobe im Oman als jüngster Debütant seit Uwe Seeler Länderspielgeschichte geschrieben. Der Dortmunder Jungstar stand in der Startelf und avancierte im Alter von 17 Jahren und 361 Tagen zum viertjüngsten deutschen Nationalspieler jemals.
Seeler, der auf Rang drei liegt, war bei seinem Debüt 1958 gegen Frankreich (1:3) 16 Tage jünger als Moukoko jetzt. Der jüngste deutsche Nationalspieler ist Willy Baumgärtner, der im ersten deutschen Länderspiel überhaupt 1908 gegen die Schweiz (3:5) 17 Jahre und 104 Tage alt war.
Die Liste der jüngsten deutschen Nationalspieler
  1. Willy Baumgärtner - 17 Jahre, 104 Tage (5. April 1908, 3:5 gegen die Schweiz)
  2. Marius Hiller - 17 Jahre, 241 Tage (3. April 1910, 3:2 gegen die Schweiz)
  3. Uwe Seeler - 17 Jahre, 345 Tage (16. Oktober 1954, 1:3 gegen Frankreich)
  4. Youssoufa Moukoko - 17 Jahre, 361 Tage (16. November 2022, gegen den Oman)
  5. Friedel Holz - 18 Jahre, 27 Tage (20. März 1938, 2:1 gegen Luxemburg)
  6. Jamal Musiala - 18 Jahre, 27 Tage (3:0 gegen Island, 25. März 2021)
Noch in den Top Ten: 9. Florian Wirtz - 18 Jahre, 122 Tage (2. September 2021, 2:0 gegen Liechtenstein). – 10. Mario Götze - 18 Jahre, 167 Tage (17. Oktober 2010, 0:0 gegen Schweden)
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Pit Gottschalk @pitgottschalk

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