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Königsklasse: BVB und RB sensationell

Pit Gottschalk
Pit Gottschalk
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Es ist nicht lange her, dass Real Madrid als Maß aller Dinge in der Champions League galt. Man braucht nur auf die Henkeltöpfe zu schauen, die der Titelverteidiger in den vergangenen zehn Jahren gewonnen hat: Es sind fünf - jeder zweite gehörte den Königlichen seit 2013.
Man muss diese Bilanz erwähnen, um die Leistung von RB Leipzig gestern Abend richtig einzuschätzen. 3:2 gewannen die Sachsen gegen die Königlichen - das Ergebnis ist erstens verdient und zweitens eine Sensation. Das Team von Trainer Rose steuert Richtung Achtelfinale.
Auch das ist: eine Sensation. Wir erinnern uns: 1:4 verlor RB Leipzig den Saisonstart zu Hause gegen Donezk. Das zweite Spiel: 0:2 in Madrid. Drei Spieltage später stehen in der Königsklasse neun Punkte zu Buche. In Donezk nächste Woche reicht ein Unentschieden zum Weiterkommen.
Nachdem bekannt ist, dass Bayern München und Borussia Dortmund in der Champions League überwintern und RB Leipzig wieder Chancen hat, darf man feststellen: Mit ein bisschen Glück ziehen Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen heute nach - dann wird’s eine richtig spannende Woche.
Einen ausbaufähigen Mittwoch wünscht
Euer Pit Gottschalk

++ Champions League aktuell ++
"Das war schon fast ein überragender Auftritt"
BVB hat erstes Saisonziel erreicht
0:0! Erling Haaland sieht kein Land in Dortmund
Von Patrick Berger
Hut ab, Borussia Dortmund!
Der in dieser Saison oft wackelnde und an dieser Stelle zurecht kritisierte BVB hat dem haushohen Favorit Manchester City alles abverlangt und ein 0:0 erkämpft.
Dank der gerechten Punktetrennung haben sich die Schwarzgelben vorzeitig für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert und damit ein erstes Saisonziel erreicht.
Viel wichtiger noch: Die Dortmunder haben ihre Euro-Blamagen aus der Vorsaison (Raus in der CL-Gruppenphase! Raus in der Zwischenrunde der Europa League) wieder gutgemacht und sind zurück auf Europas Fußball-Landkarte. Sie gehören zu den 16 besten Teams und mischen wieder mit im Konzert der ganz Großen. Das ist gut und wichtig für das Selbstverständnis des zuletzt arg strauchelnden und sich nach Erfolgen sehnenden Pott-Klubs.
BVB erreicht das Achtelfinale
"Höre ich zum ersten Mal"
Gut sind aus BVB-Sicht zudem folgende Erkenntnisse: Die Stars können es also doch - wenn sie wollen! Die „Intrinsische Motivation“ - also der Eigenantrieb von Innen heraus - die Trainer Edin Terzic in manchen Spielen in dieser Saison bei seinen Jungs vermisst hatte, war gegen das Starensemble da. Jeder kämpfte für jeden.
Jeder warf sich mit Herz in die Bälle. Ganz besonders Mats Hummels, der ein überragendes Spiel machte und Superstar Erling Haaland komplett kaltstellte. Nach seiner Kritik gegen die Kollegen geht der Routinier seit Wochen schon mit starken Leistungen voran. Der Weltmeister von 2014 hat einmal mehr gezeigt: Er muss mit zur WM!
Das gilt bei anhaltender Form aber auch für die Kollegen Niklas Süle, Nico Schlotterbeck, Julian Brandt und Karim Adeyemi.
Sie alle können es also doch. In den zwei Spielen gegen City (1:2/0:0) und gegen Bayern (2:2) haben sie überzeugt. Sie müssen diese Gier, diesen Willen fortan aber auch in jedes Spiel reinbringen. Auch wenn es gegen Augsburg, Mainz oder Hoffenheim geht. City muss der Maßstab sein!
Champions League heute im Fernsehen
20.15 Uhr, SPORT1: Fantalk
21 Uhr, DAZN: FC Barcelona - Bayern München, Atletico Madrid - Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt - Olympique Marseille
Der TV-Überblick
Der TV-Überblick
55er-Kader: Der beste Witz der WM-Geschichte
Vorläufiger WM-Kader des DFB geleaked
Von Alex Steudel
Heute mal zum Start ein kleines Quiz.
Frage: Was hält länger?
a) Eine Nominierung zur Fußball-WM
oder
b) Eine britische Premierministerin
Richtig ist natürlich Antwort b). Eine Premierministerin hält 45 Tage, ein deutscher WM-Spieler nur zwei Wochen.
Hintergrund: Die Fifa hat angeordnet, dass jeder WM-Teilnehmer einen bis zu 55 Mann starken Vorab-Kader für Katar nominieren muss. Die 55 werden am 10. November auf 26 eingekürzt. Es ist wirklich wahr. NEUNUNDZWANZIG Profis fliegen dann aus dem deutschen Kader. Angeblich macht man das Ganze, um wegen Corona Nachnominierungsmöglichkeiten zu schaffen.
Aber 55 Mann im WM-Kader? Das ist, als würde man zwei Wochen vor Olympia 20 Leute den Viererbob “Deutschland 1” fahren lassen. 
Bundestrainer Hansi Flick soll trotzdem voll durchnominiert haben, schrieb gestern der Sport-Informationsdienst. Und die ersten Personalien sickerten dabei via Bild mit durch. Aber dazu kommen wir gleich.
Denn die wichtigste Frage ist erst mal:
Gibt es in der Bundesliga überhaupt 55 Deutsche?
Angeblich ja. Und doch ist der kolportierte DFB-Kader ein einziges Kuriositätenkabinett. Flick musste in seiner Not sogar einen TV-Experten nominieren (Christoph Kramer).
Und einen Ex-Weltmeister (Mario Götze) holte er auch. Und den Bruder eines Ex-Weltmeisters (Rani Khedira). Und Maximilian Arnold ist dabei.
Maximilian Arnold? Wir erinnern uns: der Wolfsburger Kapitän mit Gesichtsmaske.
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Ich sag’ mal: Wenn du Maximilian Arnold für eine WM nominieren musst, dann hast du wirklich ein Problem. Aber irgendwie musste sie ja voll werden, die 55-Mann-Liste.
Flick nominierte sogar Spieler, die ich alterstechnisch eher bei einer Nordic-Walking-WM erwartet hätte, zum Beispiel Mats Hummels (33,9). Und ein gewisser “Luca Netz” ist auch im Kader.
Luca Netz ist ein Riesentalent, klar. Der 19 Jahre alte Linksverteidiger von Borussia Mönchengladbach hat aber diese Saison ganze 118 Erstliga-Minuten auf dem Buckel. Ist das vielleicht unser WM-Joker?
Und folgende Frage ist ebenfalls nicht geklärt: Darf man zum WM-Auftakt gegen Japan mitkicken und sich gleichzeitig selbst im ZDF bewerten? Das wird bestimmt lustig.
“Ich muss ganz deutlich sagen: Es war ein miserabler Auftritt der deutschen Mannschaft”, könnte der ZDF-Mitarbeiter Christoph Kramer nach dem ersten Gruppenspiel kommentieren.
“Aber dieser Kramer! Der hat wirklich top gespielt. Von dem wollen wir in diesem Turnier noch mehr sehen!”
Steudel-Kolumnen gibt’s auch als Buch – der Titel: “UND AM ENDE GEWINNEN IMMER DIE BAYERN”, 268 Seiten. Hier bestellen!
Was sonst noch so los ist
Der Emir ist sauer
Deutschlandfunk Sport
Katar ist reich, aber verwundbar, sagt Politikwissenschaftler @GerdDoha. Das Emirat braucht deswegen ein Netzwerk aus Freunden. Emir Tamim bin Hamad Al-Thani nutzt daher auch den Sport, um Außenpolitik zu betreiben - mit Erfolg. #Players @sportschau

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Alle mal herschauen!
Botschaften auf der Weltbühne
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Pit Gottschalk
Pit Gottschalk @pitgottschalk

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