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Klopp im O-Ton: Heute bei Fever Pit'ch

Pit Gottschalk
Pit Gottschalk
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Ich gehöre zu den Sportjournalisten, die Jürgen Klopp noch live spielend im Trikot von Mainz 05 gesehen haben. Es muss im März 1994 gewesen sein, auswärts beim 2:0 gegen 1860 München. Besonders aufgefallen ist mir Klopp damals nicht. Er war ein schlaksiger Kerl, der den holprigen Rasen im Grünwalder Stadion umpflügte, wie geschaffen für die 2. Liga. Elf Jahre spielte er dort, von 1990 bis 2001.
Als er Trainer bei seinem Verein wurde, verlief seine Karriere ungewöhnlich. In den ersten beiden Spielzeiten verpasste er den Bundesliga-Aufstieg; beim ersten Mal fehlte ein Punkt, beim zweiten Mal ein Tor. Beim dritten Versuch gelang der Coup endlich: Klopp stieg mit Mainz auf, hielt sich zwei Jahre im Oberhaus und wechselte nach verpasstem Wiederaufstieg zu Borussia Dortmund. Der Rest ist Geschichte.
Was schon damals auffiel: Klopp konnte den Fußball so erklären, dass ihn nicht nur seine Spieler verstanden. Das ZDF holte ihn auf die große Bühne: Bei der WM 2006 in Deutschland analysierte er den Weltfußball (an der Seite von Johannes B. Kerner), die Nation reagierte begeistert. Ein Trainer aus der 2. Liga bewertet, was Superstars zeigen: Diesen Mut muss einer erst einmal haben. Die Leute liebten ihn dafür.
Wenn man selbst kein großer Fußballer war, hat man als Trainer anderes mitzubringen, um ein Ensemble aus Topstars zu dirigieren. Erfolge sind das eine, das andere: Ansprache, Überzeugungskraft, Verständnis von Taktik, Finesse beim Umgang. Oder kurz: Führungsqualitäten. Darüber hat mein Kollege Mounir Zitouni eine Stunde lange mit Jürgen Klopp persönlich in einem Podcast gesprochen. Klopp im O-Ton: dringend empfohlen!
Einen hörenswerten Donnerstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Jürgen Klopp bei Mounir Zitouni
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Märchen an der Alten Försterei
Union Berlin schreibt das nächste Kapitel
Von Emanuel Reinke
Manchmal, sagt Oliver Ruhnert, muss er sich ja selbst ein bisschen kneifen. Aufstieg. Klassenerhalt. Europapokal. Und nun ist Union Berlin auch noch erster Bayern-Jäger. “Man hat den Eindruck, man lebt ein bisschen wie im Märchen”, sagte der Manager des Berliner Bundesligisten in Sport Bild.
Erfolg reiht sich an Erfolg. Auch in der neuen Saison hält der Höhenflug der Eisernen an. Nicht Borussia Dortmund, nicht RB Leipzig oder Bayer Leverkusen. Am Samstag empfangen die formstarken Berliner als Tabellenzweiter den punktgleichen Spitzenreiter Bayern München - und dürften es dem Rekordmeister im Hexenkessel Alte Försterei äußerst schwer machen. 
Auch Ruhnert hat all das so nicht kommen sehen, als er von fünf Jahren als Chefscout beim damaligen Zweitligisten Union anheuerte. 2018 folgte die Beförderung zum Geschäftsführer Profifußball, Ruhnert verpflichtete Urs Fischer als Trainer - der Rest ist Geschichte. “Das alles ist ein bisschen verrückt”, sagte Ruhnert. Und doch zu erklären.
Die Heimstärke im stimmgewaltigen Stadion spielt eine Rolle, sicher. Viel entscheidender ist aber: Bei Union stimmen die Abläufe. “Wir haben Kontinuität im Background, also in der Führung, im Trainer- und Funktionsteam. Das hilft enorm”, sagte Ruhnert. Die Person A wisse genau, was die Person B wolle. Transfers, so Ruhnert, könnten somit schneller umgesetzt werden. 
Vor allem Ruhnert und Coach Fischer harmonieren bestens. Beide eint eine klare Vorstellung vom Fußball. Entsprechend stellt Union den Kader zusammen, oft sind die Berliner auf dem Transfermarkt früh tätig. “Wir versuchen, den Kader sehr früh beisammen zu haben, damit sich die Mannschaft einspielen kann”, sagte Ruhnert.
Der 50-Jährige hat dabei in der Vergangenheit ein besonders gutes Händchen bewiesen. Trotz der jüngsten Erfolge gehört Union längst nicht zu den finanzstärksten Klubs in der Bundesliga. “Wir müssen schon kreativ sein”, sagte Ruhnert. Das ist er.
Warum der Union-Boss an Trainer Urs Fischer glaubt
In beeindruckender Regelmäßigkeit gelingt es dem Gespann Ruhnert und Fischer, Spieler günstig zu verpflichten. Spieler, die bei anderen Klubs aussortiert wurden, Spieler, die längst nicht alle Klubs auf dem Radar haben. Robin Knoche, Sheraldo Becker oder der Ex-Unioner Grischa Prömel gehören dazu. Umbrüche wie in diesem Sommer nach den Abgängen von Prömel (TSG Hoffenheim) und Topstürmer Taiwo Awoniyi (Nottingham Forest) werden durch kluge Transfers aufgefangen.
Deutlich schwieriger wäre der Verlust von Fischer aufzufangen. Der Vertrag des Schweizers läuft am Saisonende aus. Ruhnert glaubt an eine weitere Zusammenarbeit. “Ich kann mir gut vorstellen, dass er bei Union bleiben wird. Weil er genau weiß, was er hier hat, wie er hier arbeiten kann. Mit wem er es tut”, sagte Ruhnert.
Er selbst, da können die Köpenicker beruhigt sein, bleibt noch ein Weile. “Bei Union bin ich sehr zufrieden mit dem, was ich habe”, sagte Ruhnert: “Es macht großen Spaß. Deswegen gibt es eigentlich keine Gründe, nach großartig anderem zu streben. Es passt alles.”
Emanuel Reinke ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
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Pit Gottschalk
Pit Gottschalk @pitgottschalk

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