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Kann Eintracht Frankfurt Champions League?

Pit Gottschalk
Pit Gottschalk
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Eine Frage für Besserwisser: Wie viele deutsche Mannschaften haben jemals einen Europapokal gewonnen? Die Frage ist schwieriger, als man auf den ersten Blick meint.
Na klar, sofort fallen die Namen der üblichen Verdächtigen ein. Bayern München, Borussia Dortmund und vermutlich Schalke 04, weil die Eurofighter kürzlich im Fernsehen gefeiert wurden.
Auch der Hamburger SV wird schnell genannt. Wegen Felix Magath, der jetzt gegen seinen alten Klub um den Klassenerhalt kämpft - er hat 1983 das entscheidende Finaltor gegen Juventus Turin erzielt.
Damit wären wir bei vier Vereinen. Mit ein bisschen Nachdenken kommt man auf Werder Bremen, natürlich Borussia Mönchengladbach. Und auf die Eintracht aus Frankfurt, logisch. Wären sieben.
So viel vorweg: Dann fehlen noch zwei - Bayer Leverkusen und der 1. FC Magdeburg. Die einen 1988, die anderen 1974. Also neun. Alles lange, lange her. Wie lange, das haben wir uns mal im Detail angeschaut:
Wie alt sind die deutschen Europapokal-Triumphe?
  • Eintracht Frankfurt 2022 –> 0 Jahre
  • Bayern München 2020 – > 2 Jahre
  • Schalke 04 1997 –> 25 Jahre
  • Borussia Dortmund 1997 –> 25 Jahre
  • Werder Bremen 1992 – > 30 Jahre
  • Bayer Leverkusen 1988 –> 34 Jahre
  • Hamburger SV 1983 –> 39 Jahre
  • Mönchengladbach 1979 –> 43 Jahre
  • Magdeburg 1974 –> 48 Jahre
Unserer kleinen Aufstellung kann man rasch entnehmen, wie extrem selten Deutschland Europapokalsieger feiern darf. Und wer’s geschafft hat, wiederholt den Triumph praktisch nie.
Die Feststellung soll niemandem Angst bereiten. Im Gegenteil. Der historische Rückblick macht die Leistung von Eintracht Frankfurt nur größer und gewichtiger.
Ein genügsames Wochenende wünscht
Euer Pit Gottschalk

Kann Eintracht Frankfurt Champions League?
Christopher Michel über Eintracht Frankfurt
Christopher Michel über Eintracht Frankfurt
„Sevilljaaaa“ lautete das Motto, mit dem Eintracht Frankfurt nach Andalusien gereist war.
Der 18. Mai 2022 ist ab sofort fest verankert in den Geschichtsbüchern der Hessen. Der Sieg gegen die Glasgow Rangers in der Europa League bedeutet einen Meilenstein für den Klub – und für die gesamte Bundesliga.
Die Frankfurter beerben den FC Schalke 04, der vor 25 Jahren als letztes deutsches Team diesen Cup holte. Chapeau, Eintracht!
Doch mit dem Erfolg und Konfettiregen wachsen auch die Aufgaben und Verantwortung.
Alles begann mit einer Blamage
Der Kreis schließt sich
Damit nach dem Festtag nicht schnell ein Kater eintritt, müssen Sportvorstand Markus Krösche und Direktor Profifußball Ben Manga an den richtigen Stellschrauben drehen.
Für die Champions League, für die sich die Eintracht erstmals in der Vereinsgeschichte qualifiziert hat, braucht der Kader Qualität und Tiefe.
Die aktuelle Spielzeit hat auch gezeigt, dass Trainer Oliver Glasner hinter der Stammelf kaum brauchbare Alternativen hatte. Die Bundesliga wurde im Endspurt nicht abgeschenkt, doch es war kaum möglich die Kräfte für zwei kräftezerrende Wettbewerbe einzuteilen.
Mit Blick auf die Dreifachbelastung in der kommenden Saison darf so etwas nicht noch einmal passieren.
Ein Vorbild für Traditionklubs
Ein Lehrstück
Platz elf in der Endabrechnung ist zu wenig für eine Klub, der mindestens die „Top 10″ im Blick hat und dort auch etattechnisch hingehört.
Hilfreich für diese Herausforderung sind die zusätzlichen Einnahmen, mit denen die Eintracht vorher nicht kalkuliert hatten.
Alleine der Sieg in der Europa League spült weitere 8,5 Millionen Euro in die Kasse, insgesamt bringt der historische Erfolg 30 Millionen Euro ein. Weitere 3,5 Millionen Euro gibt es für das Finale des Europäischen Supercups und mehr als 15 Millionen Euro nur für die Teilnahme an der Champions League.
Das sorgt nach dem Einschnitt in Zeiten der Coronapandemie für wertvolle Entlastung.
Der Verkaufsdruck sinkt dadurch, Krösche hat in Gespräche mit Topstars wie Filip Kostic, Evan N‘Dicka und Daichi Kamada neue, hochattraktive Argumente auf dem Tisch.
Feuer-Party mit 200 000 Fans
Der entspannte Torwart
Sollten die Leistungsträger gehen, benötigt die Eintracht hochkarätigen Ersatz.
Sie wird die Champions-League-Gruppe als Kopf anführen, die Aufgabe könnte machbar sein. Mindestens Rang drei - und damit das Überwintern in der Europa League - muss das Ziel sein.
Das Team bestenfalls zusammenhalten, sich ordentlich bei dem Debüt in der Königsklasse präsentieren und auf nationaler Ebene in DFB-Pokal (Erstrunden-Aus vermeiden) und Bundesliga überzeugender auftreten – es bleibt viel zu tun am Main.
Ein kurzes Durchatmen ist nach der historischen Krönung einer Europa-League-Saison, die ohne Niederlage und mit der Sternstunde FC Barcelona endete, nun aber erlaubt.
Unfassbar! Eintracht Frankfurt holt in Sevilla den Europa-Pokal
Unfassbar! Eintracht Frankfurt holt in Sevilla den Europa-Pokal
Heute im Fernsehen
TV-Programm
TV-Programm
20.30 Uhr, Sat.1: Relegion 2. Liga, Kaiserslautern - Dynamo Dresden
Samstag
20 Uhr, ARD: DFB-Pokalfinale, SC Freiburg - RB Leipzig
RB Leipzig gegen den Rest der Welt
Rekordspieler Poulsen will den Pott und fordert Mut
Von Alex Steudel
Fußball ist, wenn der FC Bayern Urlaub macht und die Saison einfach weitergeht.
Ja, die schönen Bilder aus Sevilla haben mich ein bisschen mit dem langweiligsten Sportjahr ever versöhnt. Ich war schon weggenickt, aber jetzt bin ich wieder voll da!
Meine plötzliche Schlussspurtfreude hat damit zu tun, dass 2022 alles anders ist. So viele unbekannte Menschen fuchteln auf einmal mit Pokalen herum, man kriegt es gar nicht zusammen.
Robben, Ribéry, Coman, Kimmich – Hauge? Lenz?
Es ist verwirrend, wenn man seit Jahren mit FCB-Betriebsystem arbeitet, aber auch ganz schön sympathisch.
Mittwochnacht hat Frankfurt den ersten Europapokalsieg seit 42 Jahren gefeiert. Das war was. Und weil nach dem Pokal vor dem Pokal und die Konstellation morgen noch außergewöhnlicher ist, wird’s in Berlin mindestens genauso krass wie in Sevilla.
SC Freiburg oder RB Leipzig, es kann nur einen geben.
Und da ist es schon, das Problem. Für wen soll man eigentlich sein?
Ich weiß, spätestens hier verlassen erste Leser wutentbrannt die Kolumne. Weil ich überhaupt die Frage stelle. Was für ein blöder Gedanke, sagen sie, natürlich muss am Samstag jeder anständige Fußballfan für Freiburg sein. Freiburg ist das gute Echte und RB das böse Falsche. Es gibt nur Liebe oder Hass, Richtig oder Falsch, Güte oder Spott.
Frage: Wie nennt man es, wenn ein Leipziger Spieler am Sprunggelenk operiert wird?
Antwort: Plastic Surgery.
Sowas halt.
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
RB Leipzig gegen den Rest der Welt - der Bayernpausenfüller ist perfekt konzipiert.
Das Kuriose daran: Ich mag Freiburg, aber ich bin normalerweise für den Underdog. Und damit wird’s kompliziert, denn Leipzig ist ja besser als Freiburg, also könnte ich guten Gewissens Team Christian Streich die Daumen drücken. Wettanbieter zahlen bei einem Euro Einsatz 3,75 Euro auf Freiburg-Sieg und kümmerliche 2 Euro für Leipzig.
Nur, so einfach ist es nicht. Im Olympiastadion ist in Wirklichkeit Freiburg der Favorit, nämlich der moralische. Was macht man da?
Ich will nicht weiter auf dem Thema “Konstrukt” herumreiten, die Fronten sind ja eh schon verhärteter als früher zwischen Geha und Pelikan oder heute eBike vs. 911 Turbo.
DFB-Pokalfinale: So wirkt der SC Freiburg
Ein besseres Finale hätten wir uns eigentlich nicht wünschen können. Tradition gegen Konstrukt, Bio gegen Glycosphat, Stones gegen Helene Fischer. Welten treffen aufeinander.
Dagegen war Rangers gegen Eintracht am Mittwoch eine 45 Jahre Abi-Feier.
Nein, diesmal steht wirklich alles auf dem Spiel. Freiburg gegen Leipzig, im Pokalfinale geht es vielen ums Prinzip. 
Steudel-Kolumnen gibt’s auch als Buch – der Titel: “UND AM ENDE GEWINNEN IMMER DIE BAYERN”, 268 Seiten. Hier bestellen!
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Pit Gottschalk @pitgottschalk

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