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Heiße Luft im Profifußball

Pit Gottschalk
Pit Gottschalk
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Seit Tagen erreichen mich Dutzende Fotos von Fever Pit'ch Lesern, die mir zeigen wollen, dass ihr signiertes Gottschalk-Buch “Kabinengeflüster” unversehrt angekommen ist. Ich freue mich jedes Mal darüber. Zwei Leser bekamen nicht genug von meinem Werk: Der eine bestellte für seine Kunden gleich 20 Stück auf einen Schlag, der andere 10 Exemplare.
Weil ich inzwischen das Lager im Klartext-Verlag in Essen leergekauft habe, konnte ich alle Buchwünsche erfüllen. Noch sind ein paar übrig. Wer “Kabinengeflüster” mit meinen verrückten Geschichten als Fußballreporter haben will (14,95 Euro), schickt mir bitte seine Mailadresse. Das Buch kommt portofrei und auf Wunsch mit einer persönlichen Widmung.
Ein genügsames Wochenende wünscht
Euer Pit Gottschalk

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Heiße Luft im Profifußball
Wie teuer werden verletzte Spieler?
Von Alexander Sarter
Das Gejammer ist programmiert. In den kommenden Wochen mit ständigem Fußball in den Ligen und im Europacup wird viel zu hören sein von übervollen Terminkalendern, einer viel zu hohen Belastung und Profis, die auf dem Zahnfleisch gehen.
Weitergehend werden dann die Schuldigen gesucht. Für die einen werden es die Verbände sein, für die anderen die Klubs, für die anderen wiederum die Spieler, die den Hals nicht voll bekommen.
Punkt drei wird das laute Wehklagen bei der WM sein - über verletzt fehlende Stars und das überschaubare Niveau wegen der ausgelaugten und überspielten Profis, die ohne jede Vorbereitung in das Turnier gehen.
Die Sinnfrage wird dann zwischen Weihnachten und Neujahr gestellt, wenn in England, Frankreich und Spanien schon wieder alle aufeinander losgelassen werden.
"13 Spiele in sechs Wochen – das gab es noch nie"
Danach wird ein paar Monate vor sich hin gewurstelt (inklusive heftigem Zoff wegen den Abstellungsperioden), bis gegen Ende der Saison alle davon sprechen, dass man jetzt wirklich urlaubsreif sei.
Passieren wird in all dieser Zeit übrigens nichts, um der Uferlosigkeit entgegenzuwirken. Im Gegenteil: Schon jetzt erscheint die aufgeblähte Champions League am Horizont. 
Alles, was in den kommenden Monaten zu hören sein wird, ist nichts als heiße Luft. Und warum? Weil alle Beteiligten vom System profitieren.
Money makes the World go round.
Alexander Sarter ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
Heute im Fernsehen
20.30 Uhr, DAZN: Bundesliga, Bayern München - Bayer Leverkusen
Angezählter Julian Nagelsmann
Samstag
15.30 Uhr, Sky: Bundesliga, RB Leipzig - VfL Bochum, SC Freiburg - Mainz 05, 1. FC Köln - Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt - Union Berlin, VfL Wolfsburg - VfB Stuttgart
18.30 Uhr, Sky: Bundesliga, Werder Bremen - Mönchengladbach
20.30 Uhr, SPORT1: 2. Liga, FC St. Pauli - FC Heidenheim
Sonntag
11 Uhr, SPORT1: Doppelpass
15.30 Uhr, DAZN: Bundesliga, Hertha BSC - TSG Hoffenheim
17.30 Uhr, DAZN: Bundesliga, Schalke 04 - FC Augsburg
Nur der HSV! Blamiert sich so schön
Der sonderbare Herr Professor Wüstefeld
Von Alex Steudel
Seit Monaten fragen mich die Leute, wann ich denn wieder etwas über den HSV schreibe, denn der HSV ist der wichtigste Fußballverein Deutschlands, und es gibt ligaunabhängig immer etwas zu lachen.
Jetzt ist es so weit.
Aber erst mal einen Schritt zurück, mir fällt gerade der letzte Sport-Bild-Award ein. Er fand vor fünf Wochen statt, und zwar in Hamburg, obwohl es hauptsächlich um Fußball geht. Ich war dort und musste einen Spießrutenlauf absolvieren.
Die geballte Fußballprominenz Deutschlands machte sich nicht mal mehr die Mühe, mich mit Vornamen zu begrüßen. Jeder stieß, wenn er mich sah, drei Buchstaben aus: “HSV!” Und alle lachten sie dabei und zeigten auf mich. Hahaha!
Das hörte übrigens nur schlagartig auf, wenn jemand “Psssst!” zischte und sagte: “Da kommt einer!” Dann näherte sich immer gerade jemand von den HSV-Oberen.
Es ist gar nicht so leicht, Bürger der Hansestadt Hamburg zu sein in diesen Tagen – oder Monaten, also Jahren, wobei eher schon: Jahrzehnten. Überall Gelächter und aufmunternder Spott.
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Ich habe mich eigentlich auch deshalb lange gesträubt, über den HSV zu schreiben, weil es einfach nichts bringt. Aber: Nichts schreiben bringt eben auch nichts. Je größer das Schweigen wurde, desto mehr EM-Geld versickerte, desto weniger Stadiondach wurde saniert, je weniger ich kommentierte, desto seltsamere Dinge geschahen.
Zum Beispiel gab es eine Sportdirektorentlassung, die so schlecht vollstreckt wurde, dass sie das nächstliegende Gericht sofort lachend einkassierte. Dann kam der Milliardär Kühne mit einem scheichartigen Übernahmeangebot um die Ecke, und wieder lachte ganz Deutschland.
Ich habe bestimmt einiges vergessen, denn es passiert jeden zweiten Tag etwas Verrücktes im Volkspark.
Und jetzt haben sie es geschafft, es ist einfach zu viel geworden.
Diese Woche ist Finanzvorstand, Interimsklubchef und Fünf-Prozent-Anteilseigner Thomas Wüstefeld zurückgetreten. Dr. Wüstefeld ging, weil ihm vorgeworfen wird, dass er sich als etwas ausgibt (Professor), das er nicht ist, was als Vorwurf ja total absurd ist, denn wer etwas anderes sein will, als er eigentlich ist, ist beim HSV perfekt aufgehoben.
Darum ist Wüstefeld zurückgetreten
Jonas Boldt ist der Gewinner der Chaoswochen. Er ist jetzt sportdirektorenfreier Sportvorstand und Interims-Interims-Vorstandsvorsitzender. Ich zitiere dazu den neuen und sehr lustigen Wikipedia-HSV-Eintrag:
Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder und bestimmt ihre Anzahl. Dem Vorstand obliegt die Geschäftsführung der Gesellschaft. Der aktuelle Vorstand besteht aus: Jonas Boldt.
Was bei dem ganzen Durcheinander völlig untergegangen ist: RB Leipzig zog diese Woche im renommierten Demokratie-Ranking des Economist am HSV vorbei.
Apropos vorbeiziehen. Auch neu: Mit dem nächsten Sieg, also vielleicht schon am Samstag in Bremen, überholt Borussia Mönchengladbach den HSV in der ewigen Bundesliga-Tabelle. Der HSV, der erst kürzlich Platz vier an den VfB Stuttgart verlor, ist dann All-Time-Sechster.
Die gute Nachricht: Es bleibt ein dickes Polster zu Schalke 04, dem Siebten der ewigen Tabelle – 195 Punkte entsprechen minimum vier Hamburger Zweitliga-Saisons.
Gefährliches Zeitspiel
Zu dieser Ablösung wird es aber nie kommen. Der HSV steigt trotz Führungschaos, trotz Schulden und trotz Was-macht-eigentlich-Marcell-Jansen auf, das ist heute sicherer denn je. Merkt euch, wo ihr’s zuerst gelesen habt.
Denn erstens spielen die Rothosen in einer Liga, aus der man gar nicht nicht aufsteigen kann, zweitens können sie sich im Winter nach Belieben weiter verstärken, denn drittens werden Transferthemen künftig im Vorstand auf dem kleinen Dienstweg erledigt.
Boldt: Sollen wir den holen?
Boldt: Klar.
Boldt: Kostet aber 15 Mio.
Boldt: Mir doch egal, zieh’s vom Stadiondach ab.
Heute Abend spielt Tabellenführer HSV in Hannover. Tabellenführer bei all dem Durcheinander, das ist eigentlich das Lustigste an allem, aber erklärbar. Für Trainer Tim Walter und seine Profis ist Dauerchaos der bestmögliche Zustand; sie haben null Druck, denn keinen interessiert mehr so richtig, was auf dem Platz passiert, jeder wartet nur auf die nächste Blamage der Klubführung.
Und die kommt bestimmt. Wir wissen nur noch nicht wann und warum.
Steudel-Kolumnen gibt’s auch als Buch – der Titel: “UND AM ENDE GEWINNEN IMMER DIE BAYERN”, 268 Seiten. Hier bestellen!
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Alle mal herschauen!
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Pit Gottschalk
Pit Gottschalk @pitgottschalk

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