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Von Pit Gottschalk

Finale! Eintracht Frankfurt hat's einfach verdient

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Pit Gottschalk
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Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Als Publisher freue ich mich jedes Mal aufs Neue, wenn treue Leser öffentlich Sympathie für Fever Pit'ch bekunden. Zuletzt geschah dies beim Branchendienst Turi2: In einem Interview nannte Florian Treiß, selbst Newsletter-Gründer bei mobilbranche.de und Location Insider, unseren Newsletter als einen der liebsten, den er morgens liest (neben dem Wirtschaftsnewsletter Smart Casual von Elisabeth Oberndörfer).
Umgehend wurden weitere Fußballfans auf unser Angebot aufmerksam und abonnierten Fever Pit'ch. So läuft das meistens bei Newslettern: Mund-zu-Mund-Propaganda erhöht die Reichweite enorm. Zurzeit liegen wir bei ungefähr 25.400 Abonnenten. Ich mache aber kein Geheimnis daraus: Ruhe gebe ich erst, wenn wir die 100.000 geknackt haben. Wann das sein wird? Keine Ahnung.
Liegt ja auch an unseren Lesern. Trommelt doch mal bei Freunden auf Facebook und Twitter! Fever Pit'ch hat ja Vorteile: Er ist unabhängig (auch wenn ich meine Tätigkeit bei Sport1 nicht ignorieren kann) und kostenlos. Vor allem der Gratis-Versand ist keine Selbstverständlichkeit. Alex Steudel und ich schlagen uns, wie ich immer sage, “die Nächte um die Ohren”, damit Fever Pit'ch pünktlich um 6.10 Uhr erscheint.
Und darum wiederhole ich ebenso regelmäßig unsere Bitte: Gebt uns gerne einen aus! Es muss nicht immer Kaviar sein… Ein Starbucks-Kaffee, ein Astra-Sixpack oder eine Dominos-Pizza: Unter diesem Link hier kann man Danke sagen und Anerkennung zeigen. Kostet wirklich nicht viel und sendet uns doch ein schönes Signal, dass die tägliche Arbeit wertgeschätzt wird. Sowas tut gut.
Ein honoriges Wochenende wünscht
Euer Pit Gottschalk

++ Europa League aktuell ++
West Ham ausgeschaltet: Eintracht Frankfurt im Finale!
Von Pit Gottschalk
25 Jahre ist es her, dass eine Bundesliga-Mannschaft den Uefa-Pokal, die kleine Schwester der Champions League, gewonnen hat (Schalke 04). 25 Jahre! Das ist so unfassbar lange her, dass in der Zwischenzeit der dritte Europacup-Wettbewerb (Europapokal der Pokalsieger) eingestellt, eine neue Beschäftigungstherapie entwickelt (Conference League) und der Uefa-Pokal umgetauft (Europa League) wurde.
Geliebt haben die deutschen Klubs die Europa League nie wirklich. Alle waren sie enttäuscht, dass es zur Qualifikation in der lukrativeren Champions League nicht gereicht hat. Manchmal wurden sie nach einer verpatzen Gruppenphase in der Königsklasse dorthin abgeschoben, nicht selten mussten sich Klubs durch eine scheinbar endlose Qualifikation im Sommer quälen, um ein paar Kröten zu verdienen.
Man hatte sogar ein Schimpfwort für den kleinen Europapokal parat, eines, das auf Franz Beckenbauer zurückzuführen ist: “Verlierer-Cup”. Und so spielten die Deutschen meistens auch - wie Verlierer. Bis Eintracht Frankfurt den Wettbewerb für sich entdeckte und daraus ein Festival formte. Massen strömten ins Stadion, daheim und auswärts, und feierten sich und die Mannschaft.
Platzsturm! Eintracht-Fans flippen völlig aus
Wer die Party 2019 miterlebt hat, als sich die Mannschaft schon einmal ins Halbfinale der Europa League kämpfte, freut sich doppelt, dass Eintracht Frankfurt gestern endlich den Final-Einzug geschafft hat. Die zwei Halbfinalsiege gegen West Ham United, 2:1 und 1:0, sind ja nicht allein spielerischer Klasse entsprungen. Zum Vergleich: Mit 200 Mio. Euro beträgt der Marktwert nur ein Viertel von Bayern München.
Aber wie sollen Zahlen ausdrücken, dass Mannschaft und Trainer jedes Fleckchen Rasen beackern, als gäbe es nichts Größeres? Die Hingabe, die man live bei RTL erleben durfte, ist Fußball-Romantik pur und kommt nicht von ungefähr. Die Adresse der Geschäftsstelle in Frankfurt lautet: Im Herzen von Europa 1. Der Name ist Programm. Der Finaleinzug ist jetzt die verdiente Belohnung und Eintracht Frankfurt der Stolz der Bundesliga.
Der Finalgegner heißt: Glasgow Rangers
Und es geht noch gar nicht darum, ob die Truppe von Trainer Oliver Glasner am 18. Mai in Sevilla tatsächlich das Finale gegen die Glasgow Rangers gewinnt. Die Eintracht ist schon jetzt ein Gewinner: eine lebendige Grußbotschaft der Bundesliga an den Rest in Europa, wie geil die deutsche Fanszene sein kann, wie Mannschaft und Anhang eins werden im Stadion und Kräfte freisetzen, die man eher nicht vermutet hat.
Denn ein Team, das mit dem Herzen spielt, also voller Leidenschaft, die Leiden schafft, begeistert Fans im ganzen Land. Eintracht Frankfurt hat niemanden auf der langen Reise ins Finale kaltgelassen. Spätestens der Sensationssieg in Barcelona zeigte die Wucht, die der Verein in der Europa League entwickelt. Nun fehlt noch ein Sieg zum Triumph. Andere Bundesligisten werden spätestens jetzt wissen, was sie verpasst haben.
RB Leipzig scheitert an sich selbst
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Huub Stevens: Schalke ist wieder eine Mannschaft
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11 Uhr, SPORT1: Doppelpass (mit Sebastian Kehl und Oliver Mintzlaff)
15.30 Uhr, DAZN: Bundesliga, Eintracht Frankfurt - Mönchengladbach
17.30 Uhr, DAZN: Bundesliga, Bayern München - VfB Stuttgart
19.30 Uhr, DAZN: Bundesliga, RB Leipzig - FC Augsburg
Toni der Große: Deutschlands letzter Superstar?
"Die größte Nacht in der Geschichte des Bernabeu"
Von Alex Steudel
Man glaubt es kaum. Toni Kroos, der Junge aus Schönwalde/Greifswald mit Wohnsitz in Madrid, könnte am Abend des 28. Mai 2022 der erste Spieler des Planeten werden, der Weltmeister und fünfmal Champions-League-Sieger geworden ist. Das hat noch keiner hingekriegt. 
Es stimmt wirklich, es braucht nur noch einen Sieg gegen Liverpool, und der Deutsche Kroos hat die größten Titelhamster der Fußballgeschichte unter sich begraben; die Messis, Ronaldos (beide), Maldinis, die Piquets, Seedorfs, den Maradona. Maradona hat ja, das darf man bei allem Dauerjubel nicht vergessen, die Champions League (damals Landesmeisterpokal) viermal weniger gewonnen als Kroos, nämlich nie.
Als ich Toni Kroos am Mittwoch nach dem surrealen 3:1 gegen Manchester City in Badeschlappen am Spielfeldrand stehen und DAZN ein Interview geben sah, wurde ich melancholisch. Ich musste an ganz alte Zeiten denken. Ich war bei Sport-Bild, als es ein kleines Kroos-Kommunikationsproblem gab.
In der großen Themenkonferenz sagte nämlich der große Bayern-Reporter Raimund Hinko eines Sommertages, wir sollten am besten ein paar Seiten offenhalten. Denn Uli Hoeneß habe gerade am Telefon angekündigt, dass noch ein ganz besonderer Transfer anstehe. “Er hat gesagt”, erläuterte Hinko die Angelegenheit: “Die Zehn, die kriegt ein Großer.” Also die Rückennummer 10.
Sogleich herrschte Aufregung. In der Konferenz rätselten wir alle: Ein Großer? Wer mag das wohl sein? Was kommt da auf uns zu?
Xavi? Iniesta? Kaká?
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Es stellte sich dann leider schon am nächsten Tag heraus, dass Hoeneß gar nicht “Großer” gesagt hatte, sondern: “Kroos”. Das Mobilfunknetz war auch damals nicht das beste.
Heute wissen wir, wieviel Wahrheit in diesem Missverständnis steckte. Kroos kam zu Bayern, wurde zwar nie eine Zehn, aber ein Großer, wenn nicht sogar der Größte.
Der Mittelfeldspieler hat eine unfassbare Karriere hingelegt. Er war wie gesagt Weltmeister (2014) und hat viermal den Henkelpott gewonnen. Tendenz steigend. Kroos war spanischer und deutscher Meister und Pokalsieger, und er ist der erste Spieler der Weltgeschichte, der 17 Monate Leverkusen überstand und danach noch schlappe fünf (!) Mal Klubweltmeister wurde.
Er kann also einfach alles. Vor allem kann er zuverlässig. Wenn in 100.000 Jahren Außerirdische auf der Erde landen und YouTube-CDs finden, werden sie sagen: Ach, DER war das mit den Spitzen-Querpässen!
Die Passankomm-Quote von Kroos liegt je nach Jahreszeit irgendwo zwischen 107 und 108 Prozent. Wenn ich ihn spielen sehe, habe ich immer das Gefühl, das ist Fifa auf der Playstation mit defekter Fehlpassfunktion.
Zick-zack, zick-zack, zick-zack. Ball mal links, Ball mal rechts - Sieg, Titel. Ach, wenn es doch bloß immer so einfach wäre!
Kroos ist außerdem ein cooler Typ. Ich behaupte das einfach, ich traf ihn nämlich nur einmal: als ich der Nationalmannschaft 2010 in Frankfurt den Sport-Bild-Award überreichte. Er trug: Badeschlappen. Ich: eine peinliche Unay-Emery-Vorab-Gedenkfrisur.
2010: Kroos, ich, Neuer, Löw, Boateng
2010: Kroos, ich, Neuer, Löw, Boateng
Er natürlich nicht, er ist bodenständig, und das gefällt mir. Ich höre ihm gern zu, er schaut und spricht über den Tellerrand hinaus, und sogar seine Kroos-Doku auf Amazon fand ich gelungen. Seit “Schweinsteiger” (Schweinsteiger) und “Tomorrow, My Friend” (HSV) wissen wir, dass das nicht die einfachste Übung ist.
Kroos ist, wie man heute sagt, ein top Gesamtpaket, und inzwischen erwachsen, aber, und jetzt kommt der Haken: auch schon 32 Jahre alt. 32 bedeutet im Fußball: Spätherbst.
Wenn der große Toni Kroos eines Tages nicht mehr Fußball spielt und zu uns Normalsterblichen wechselt, wird die Welt um eine Bereicherung ärmer sein. Ich werde ihn dann ganz sicher sehr vermissen.
Vor allem an Champions-League-Abenden, die ja leider künftig immer häufiger frei von deutschen Bestandtteilen sein werden. Und ich werde vermutlich noch jahrelang jammern, dass nach Kroos nichts Gleichwertiges gekommen ist. 
Aber das ist ein ganz anderes Thema.
Steudel-Kolumnen gibt’s auch als Buch – der Titel: “UND AM ENDE GEWINNEN IMMER DIE BAYERN”, 268 Seiten. Hier bestellen!
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