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Europa League: Das Finale so nah!

Pit Gottschalk
Pit Gottschalk
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Als Medienprofi muss ich mich, wen wundert’s, mit der Mediennutzung beschäftigen und folglich mit dem Interesse an der Bundesliga. Wir alle spüren ja: Unser Verhältnis zum Profifußball hat sich verändert.
Eine aktuelle Studio von FanQ bestätigt das gefühlte Unbehagen. Demnach sagen 33 Prozent der Befragten, ihr Fußballinteresse sei während der Pandemie zurückgegangen. Jeder dritte!
Mediennutzung von Sport wird nicht mehr von festen Sendezeiten, Gewohnheiten und dem familiären Umfeld bestimmt. Videoclips statt Sportschau: Zeitliche Flexibilität ist alles und bestimmt das Format.
Die digitale Welt zerstäubt alte Gewissheiten. Auf der Playstation bauen die Fans von morgen Fantasie-Teams mit Spielern, die sie lieben. Bei der Auswahl zählen persönliche Skills mehr als Vereinstraditionen.
Die Sogwirkung der Vereine lässt offensichtlich nach. Junge Fans sind Fans von Spielern, auch internationalen, und erst dann von Klubs. Vielleicht geht der Blick darum so oft Richtung England und Spanien.
In den Sozialen Netzwerken, zum Beispiel bei Instagram, hat Cristiano Ronaldo 435 Mio. Follower, sein Arbeitgeber Manchester United nur knapp 60 Millionen. Wer ist jetzt die größere Marke?
Denkt man die Bestandsaufnahme zu Ende, steht nicht weniger als das Geschäftsmodell der Bundesliga auf dem Spiel. Denn wenn der Verein an sich weniger Magnetwirkung entfaltet: Wo sind dann die Stars?
Ein folgsames Wochenende wünscht
Euer Pit Gottschalk

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Trennung mit Nebengeräuschen
Samstag
15.30 Uhr, Sky: Bundesliga, Borussia Dortmund - VfL Bochum, VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg, Mainz 05 - Bayern München, FC Augsburg - 1. FC Köln, Arminia Bielefeld - Hertha BSC
18.30 Uhr, Sky: Bundesliga, TSG Hoffenheim - SC Freiburg
20.30 Uhr, SPORT1: 2. Liga, Darmstadt 98 - Aue
Sonntag
11 Uhr, SPORT1: Doppelpass
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Intervallfasten im Fußball - ich will nicht mehr!
Verkleidete Super League
Von Alex Steudel
Diese Woche habe ich es mal wieder gemerkt, oder besser gesagt: Die jüngsten Ereignisse haben den letztnötigen Beweis geliefert, wie anpassungsfähig und genügsam man als Fußballfan aus Deutschland heute sein muss. Es heißt bei den Profis ja immer, sie sollen rechts wie links können, der deutsche Fan aber muss Mittwoch wie Samstag können, und das ist gar nicht so leicht.
Wir haben uns inzwischen daran gewöhnt, wir schätzen und genießen und lobpreisen unter der Woche den echten Fußball, die Champions League, meinetwegen noch die Europa League, und am Wochenende schalten wir dann wie selbstverständlich um auf Abstiegskampf und zweite Liga. Wie genügsam wir geworden sind.
Das mag abwechslungsreich sein, ja, unter der Woche 3-Sterne-Menü mit Schampus und am Samstag dann Burger mit Pommes und Bierbetankung. Ist beides lecker, aber auf Dauer nicht gesund, ich jedenfalls kann bald nicht mehr geradeaus gucken vor lauter biederen deutschen Burgern.
Dienstag Manchester und Real, Mittwoch Liverpool, das ist besserer Fußball denn je, eine Anhäufung von Weltklassespielern, die auch noch weltklasse harmonieren, und dann aber: am Freitag Sandhausen-Schalke, am Samstag Bielefeld-Hertha und Hoffenheim-Freiburg.
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Das ist, um sich weiter in der Food-Metapher zu aalen, nicht mal mehr Menü und Burger, das ist schon Intervallfasten: Erst alles rein, was geht, dann eine Zeitlang nur Wasser.
So etwas ist ein paar Monate lang witzig, beste zweite Liga aller Zeiten und so, aber irgendwann auch langweilig, mir geht’s gerade so. Ich will nicht mehr, hangle mich durch zur Sommerpause, zumindest, was den deutschen Fußball angeht, da wird ja gar nicht mehr um Titel gekämpft, sondern die ganze Zeit um Abstieg und Aufstieg, es ist, als wären wir ein altes Königshaus.
So kann es jedenfalls nicht weitergehen. Ich will immer Spitzenfußball und nicht ständigen Überlebenskampf. Ich plädiere hiermit für bessere Qualität, bessere Nachwuchsarbeit, bessere Schiedsrichter auch, für weniger 50+1 (das ja wirklich alles und jeden nach England treibt), also mehr Investoren, und ich fordere als Zwischenmaßnahme den Zwangsaufstieg von Werder Bremen, Schalke 04 und FC St. Pauli.
Damit wird die erste Liga vielleicht nicht gleich attraktiver, aber sie hört wenigstens wieder besser an.
Steudel-Kolumnen gibt’s auch als Buch – der Titel: “UND AM ENDE GEWINNEN IMMER DIE BAYERN”, 268 Seiten. Hier bestellen!
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