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De Ligt da! Bayern verteidigt sich

Pit Gottschalk
Pit Gottschalk
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Falls im Herbst die Pandemie zurückkehrt und die Bundesliga wieder Zuschauer aussperren muss, möchte ich kein Wort darüber hören, wie klamm die Vereine doch sind und wie dringend sie Steuergelder zum Überleben brauchen. 400 Mio. Euro gaben die 18 Erstligisten in diesem Sommer aus - und das Transferfenster ist noch sechs Wochen offen.
Ja, dagegen stehen Transfer-Einnahmen zur Refinanzierung. Aber jede Hausfrau weiß: Spare in den guten Zeiten, damit du in den schlechten Zeiten über die Runden kommst. Beim ersten Covid-Ausbruch hieß es noch, niemand habe die Extremsituation voraussagen können. Doch jetzt? Inzwischen gibt es keine Ausrede mehr.
Nicht falsch verstehen. Wir alle freuen uns auf die neuen Gesichter bei Bayern München, Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt oder wem sonst noch. Fünf Vertreter in der Champions League verpflichten zum Kader-Upgrade. Das ist die eine Seite. Die andere: Es ist nicht lange her, dass die Bayern-Bosse 150 Mio. Euro Umsatzverlust bejammerten.
Da überrascht es doch ein wenig, wie selbstverständlich Weltstar Sadio Mané bezahlt werden kann, 80 Mio. Euro für Verteidiger Matthijs de Ligt abfließen, der Arbeitsvertrag von Nationalspieler Serge Gnabry aufgepeppt wird. So schnell, wie die Lust auf die neue Saison wächst, kann auch Corona in unseren Alltag zurückkehren. Und dann?
Man kann nur hoffen, dass alle Vereine das einkalkuliert haben.
Einen vergnügungssteuerpflichtigen Dienstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Bayern in Abwehrhaltung
Hier landet Matthijs de Ligt in München
Von Marco Mader
Wer etwas über den schwierigen Transfermarkt im Bereich Abwehrspieler wissen möchte, ist bei Pep Guardiola an der richtigen Adresse. Der Starcoach von Manchester City hat seit seinem Amtsantritt 2016 fast eine halbe Milliarde (!) Euro für Verteidiger ausgegeben - und jagt dem Heiligen Gral Henkelpott noch immer vergeblich nach.
Guardiolas Dauerrivale Jürgen Klopp warf 2018 für Virgil van Dijk seine öffentliche Weigerung über Bord, für einen einzigen Spieler so viel Geld auszugeben - und ließ sich den Niederländer stolze 84,5 Mio. Euro kosten. Getreu dem alten Spruch, dass die Offensive Spiele, die Abwehr aber die Trophäen gewinnt.
Und so hat sich bei Bayern München die Erkenntnis durchgesetzt, dass ein Abwehrchef gerne mal etwas mehr kosten darf. Dennoch ist die Verpflichtung von Matthijs de Ligt das Eingeständnis mehrerer teurer Fehleinschätzungen: Weder Lucas Hernandez, 2019 für die Rekordablöse von 80 Mio. Euro geholt, noch der 42,5 Mio. Euro schwere Dayot Upamecano wurde zu den Anführern, als die beide geholt worden waren. Und ja, David Alaba verlangte unverschämt viel Geld - ihn (ablösefrei!) gehen zu lassen, war dennoch falsch.
Bayern macht ernst bei Laimer
Also reagieren die Bayern jetzt, wie sie nun mal reagieren - und gehen ran an ihr von Corona doch angeblich so schwer belastetes Festgeldkonto. Ganz abgesehen von der Frage, wo das viele Geld plötzlich herkommt für all die Zukäufe: Kann ein 22-Jähriger wirklich Chef sein?
Schon mit 18 führte er Ajax Amsterdam an, nie gab es in der Geschichte des niederländischen Profifußballs einen jüngeren Kapitän. Doch in Turin hat de Ligt einen Karriereknick erlitten. Ist er bis zu 80 Millionen wert?
Ihn zum Chef zu machen, ist die Aufgabe von Julian Nagelsmann, der nach dem Abschied von Torgarant Robert Lewandowski zugleich seine Offensive umbauen muss. Keine leichte Aufgabe. Aber dafür ist er ja der Boss.
Marco Mader ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
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Pit Gottschalk
Pit Gottschalk @pitgottschalk

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